- Laut Statistischem Bundesamt wurden 2025 nur 4,3 Prozent der fertiggestellten Wohngebäude mit einer Kühlanlage ausgestattet – 2015 waren es 1,9 Prozent.
- Nach einer Umfrage im Auftrag von Verivox besitzen 23,4 Prozent der Haushalte eine Anlage, ein Jahr zuvor waren es 17,9 Prozent.
- Der Markt ist ein Nachrüstmarkt: 69,2 Prozent der Nutzer setzen laut derselben Umfrage auf mobile Monoblock-Geräte, 30,8 Prozent auf Split-Anlagen.
- Split-Anlagen sind im Betrieb günstiger, brauchen aber Wanddurchbruch, Fachbetrieb und in der Mietwohnung die Zustimmung des Vermieters.
- Verschattung, Dämmung und begrünte Flächen senken den Kühlbedarf, bevor überhaupt ein Gerät läuft – laut der in Nature Communications veröffentlichten Studie um bis zu 20 Prozent des Energieeinsatzes.
Warum Klimageräte in Deutschland fast immer nachgerüstet werden
Der wichtigste Grund für die geringe Verbreitung liegt im Gebäudebestand. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts verfügten 2025 nur 4,3 Prozent der fertiggestellten Wohngebäude über eine Anlage zur Kühlung; 2015 lag der Anteil bei 1,9 Prozent. Mitgezählt werden dabei nicht nur klassische Klimaanlagen, sondern auch Deckenkühlungen oder Fußbodenheizungen mit Kühlfunktion.
Bei Nichtwohngebäuden sieht das Bild anders aus: Büro- und Verwaltungsgebäude wurden 2025 zu 37,8 Prozent mit Kühltechnik fertiggestellt, Gebäude des Gesundheitswesens zu 34,4 Prozent, Bildungsbauten zu 33,9 Prozent. Gebäude des Sozialwesens wie Kitas und Pflegeeinrichtungen kamen dagegen nur auf 14,5 Prozent. Die Statistiker verweisen bei den höheren Quoten unter anderem auf Arbeitsschutzvorgaben.
Für dich als Käuferin oder Käufer heißt das: Kühlung ist in Wohngebäuden praktisch nie mitgeplant. Du entscheidest also nicht über eine Ausstattungsvariante, sondern über einen Eingriff in ein bestehendes Gebäude – mit allen Folgen für Technikwahl, Genehmigung und Montagetermin.
- Wohngebäude 2025: 4,3 Prozent mit Kühlanlage (Destatis, berichtet von ZDFheute)
- Büro und Verwaltung: 37,8 Prozent, Gesundheitswesen: 34,4 Prozent
- Sozialwesen inklusive Kitas und Pflegeheime: 14,5 Prozent
- Konsequenz: Der Privatmarkt ist ein Nachrüstmarkt, nicht ein Neubaumarkt
Der Nachfrageschub und was er für Verfügbarkeit bedeutet
Die Zurückhaltung löst sich gerade auf. Nach einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Verivox, über die die Zeitungen der Funke Mediengruppe im Juli berichteten, besitzen 23,4 Prozent der Haushalte eine Klimaanlage; im Vorjahr waren es 17,9 Prozent. Noch stärker verschoben haben sich die Kaufabsichten: 24,9 Prozent planen eine Anschaffung, gegenüber 13,8 Prozent im Juli 2025. Für 51,7 Prozent kommt ein Kauf weiterhin nicht infrage.
Verivox-Energieexperte Thorsten Storck führt den Anstieg auf die Hitzewelle der vorangegangenen Wochen zurück und beschreibt, dass mobile Klimageräte zeitweise vielerorts ausverkauft waren. Dieses Muster ist für die Verfügbarkeitsbeobachtung entscheidend: Die Nachfrage konzentriert sich auf wenige Tage im Jahr und trifft ein Sortiment, das saisonal disponiert wird.
LagerAlarm.eu erhebt Preise und Lagerbestände live – konkrete Werte findest du deshalb in den Produktlisten, nicht in diesem Text. Sinnvoll ist es, die Beobachtung nicht erst mit der ersten Hitzewarnung zu starten, sondern die Modelle, die technisch zu deiner Wohnung passen, vorher festzulegen und dann auf Verfügbarkeit zu warten.
- 23,4 Prozent Haushalte mit Anlage, Vorjahr 17,9 Prozent (Verivox-Umfrage)
- 24,9 Prozent mit Kaufabsicht, Juli 2025: 13,8 Prozent
- 51,7 Prozent schließen einen Kauf weiterhin aus
- Mobile Geräte waren laut Verivox während der Hitzewelle zeitweise ausverkauft
Monoblock oder Split: Was in Miete und Eigentum realistisch möglich ist
Die Umfrage zeigt auch, wie sich der Nachrüstmarkt aufteilt: 69,2 Prozent der Nutzer betreiben einen Monoblock, bei dem die Abwärme über einen Schlauch nach draußen geht, 30,8 Prozent eine fest installierte Split-Anlage mit Innen- und Außeneinheit.
Der Grund ist selten technischer Geschmack, sondern Machbarkeit. Für die Montage einer Split-Anlage ist in der Regel ein Wanddurchbruch nötig, und das setzt in der Mietwohnung die Genehmigung des Vermieters voraus. Dazu kommen die Außeneinheit an der Fassade oder auf dem Balkon, der Anschluss durch einen Fachbetrieb und im Wohnungseigentum die Beschlusslage der Gemeinschaft. Wer diese Punkte nicht klären kann, landet zwangsläufig beim mobilen Gerät.
Ein Monoblock ist dafür sofort einsatzbereit und flexibel im Raum, hat aber prinzipbedingt den Abluftschlauch am Fenster. Vollständig abdichten lässt sich der Fensterspalt auch mit mitgeliefertem Zubehör nicht. Prüfe deshalb vor dem Kauf die Fensterart: Bei Dreh-Kipp-Fenstern, Dachfenstern oder Schiebefenstern unterscheidet sich der Aufwand für eine brauchbare Abdichtung erheblich.
- Split: geringere Betriebskosten, aber Wanddurchbruch, Fachbetrieb und Zustimmung nötig
- Monoblock: keine Bauveränderung, sofort nutzbar, dafür Schlauch und Undichtigkeit am Fenster
- Zweischlauch-Geräte vermeiden den Unterdruck im Raum und arbeiten effizienter als Einschlauch-Modelle
- Geräte ohne Schlauch, die mit Wassertank oder Kühlakku arbeiten, sind laut t-online energetisch schwächer
Betriebskosten, Effizienz und Geräusch als Auswahlkriterien
Bei den Stromkosten kehrt sich das Preisverhältnis um. Laut Verivox sind für eine Split-Anlage jährliche Stromkosten zwischen 40 und 90 Euro einzuplanen, für die in der Anschaffung günstigeren mobilen Monoblock-Geräte 100 bis 150 Euro pro Jahr. Wie viel es in deinem Fall wird, hängt an Nutzungsdauer, Raumgröße, Dämmung und Stromtarif – die Spanne ist ein Orientierungsrahmen, keine Rechnung.
Der Effizienznachteil des Einschlauch-Monoblocks ist bauartbedingt: Weil das Gerät Raumluft nach draußen bläst, entsteht Unterdruck, und warme Außenluft strömt durch Ritzen nach. Diese Luft muss zusätzlich gekühlt werden. Zweischlauch-Geräte umgehen dieses Problem und sind vorzuziehen, auch wenn das Fenster ebenfalls leicht offen bleiben muss.
Unterschätzt wird der Schall. Der Kompressor eines mobilen Geräts steht im Raum; Werte um 50 dB(A) sind laut t-online häufig und sprechen gegen den Einsatz im Schlafzimmer. Bei Split-Anlagen sitzt der Kompressor außen, dafür wird die Außeneinheit für Nachbarn relevant. Vergleiche deshalb immer die Herstellerangaben zu Schallleistung und Schalldruck für Innen- und Außeneinheit.
- Verivox-Orientierung: Split 40 bis 90 Euro Strom pro Jahr, Monoblock 100 bis 150 Euro
- Einschlauchgeräte erzeugen Unterdruck und ziehen warme Außenluft nach
- Rund 50 dB(A) sind bei mobilen Geräten laut t-online üblich
- Kühlleistung, Raumvolumen und Fensterfläche zusammen betrachten, nicht die Wattzahl allein
Passive Kühlung zuerst: Was ohne Gerät wirkt
Die Umfrage von YouGov im Auftrag von Galaxus, für die 2.616 Personen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich und Italien befragt wurden, zeigt das deutsche Vorgehen: Lüften am Morgen nennen 68 Prozent, Beschattung von außen 52 Prozent, den Ventilator 48 Prozent. Die fest verbaute Klimaanlage kommt auf 17 Prozent – in Italien ist sie die meistgenannte Maßnahme.
Als Gründe gegen ein Gerät nennen 48 Prozent der Befragten in Deutschland die Energiekosten und 39 Prozent den Anschaffungspreis. Ein Viertel hält es hierzulande für nicht heiß genug. Gleichzeitig glauben 50 Prozent, dass Klimaanlagen mit zunehmenden Hitzewellen nötiger werden.
Sachlich ist die Reihenfolge klar: Wer die Wärmelast senkt, braucht weniger Kühlleistung und zahlt weniger Strom. Laut der in Nature Communications veröffentlichten Studie um Yuli Shan können passive Strategien bis zu 20 Prozent der Energie für den Betrieb von Klimaanlagen einsparen – genannt werden Roll- und Fensterläden, große Dachüberstände, Wärmedämmung, helle reflektierende Oberflächen sowie Dach- und Fassadenbegrünung.
- Deutschland: Lüften am Morgen 68 Prozent, Außenbeschattung 52 Prozent, Ventilator 48 Prozent
- Fest verbaute Klimaanlage in Deutschland bei 17 Prozent der Nennungen
- Hauptgegenargumente: Energiekosten (48 Prozent) und Anschaffungspreis (39 Prozent)
- Außenliegender Sonnenschutz zuerst, dann die Gerätegröße bestimmen
Klimabilanz und Kältemittel: der Punkt, der beim Kauf oft fehlt
Der Kühlboom hat eine Rückseite. Die Forschungsgruppe um Yuli Shan von der University of Birmingham hat in Nature Communications abgeschätzt, wie stark Klimaanlagen die globalen Emissionen treiben könnten. In einem mittleren Szenario summieren sich die Emissionen von 2010 bis 2050 auf 113,3 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente; im ungünstigsten Fall entspricht der Ausstoß bis 2050 rund 8,5 Milliarden Tonnen CO2 – zum Vergleich nennt die Studie die derzeitigen Jahresemissionen der USA von 5,9 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalenten.
Neben dem Strom spielen die Kältemittel eine Rolle. Sie wirken vor allem dann, wenn sie über Lecks entweichen. Wird der Strom stärker erneuerbar erzeugt, könnten entwichene Kältemittel laut der Studie 2050 bis zu 60 Prozent der klimaanlagenbezogenen CO2-Äquivalente ausmachen.
Praktisch heißt das für die Gerätewahl: Achte auf die Angabe des Kältemittels und dessen Treibhauspotenzial im Datenblatt, auf Dichtheit und fachgerechte Installation bei Split-Systemen und auf die Effizienzangaben im EU-Energielabel. Diese Informationen stehen in den Herstellerunterlagen und gehören in den Vergleich, nicht nur der Anschaffungspreis.
- Mittleres Szenario der Studie: 113,3 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente von 2010 bis 2050
- Kältemittelverluste könnten 2050 bis zu 60 Prozent der Emissionen dieses Bereichs ausmachen
- Datenblatt prüfen: Kältemittel, Effizienzangaben, Schallwerte
- Fachgerechte Installation und Wartung reduzieren Leckagerisiken bei Split-Anlagen
So gehst du beim Beobachten von Preis und Verfügbarkeit vor
Weil die Nachfrage saisonal in Spitzen kommt, entscheidet die Vorbereitung. Lege zuerst fest, was in deiner Wohnung überhaupt zulässig und montierbar ist – Monoblock mit Fensterabdichtung oder Split mit Genehmigung. Erst danach ist eine Auswahl konkreter Modelle sinnvoll, deren Verfügbarkeit du verfolgen kannst.
Rechne bei Split-Anlagen die Handwerkerkapazität mit ein: Ein verfügbares Gerät hilft wenig, wenn der Montagetermin weit hinter der Hitzeperiode liegt. Bei mobilen Geräten lohnt der Blick auf das Zubehör, weil Fensterabdichtung und Schlauchführung die tatsächliche Kühlwirkung stark beeinflussen.
Prüfe Preis und Lieferbarkeit unmittelbar vor der Bestellung in den Listen von LagerAlarm.eu. Angaben in redaktionellen Beiträgen können zum Zeitpunkt des Lesens veraltet sein; die Live-Daten sind die verlässliche Grundlage.
- Zuerst Wohnsituation und Genehmigungsfrage klären, dann Modelle auswählen
- Bei Split-Anlagen Montagetermin und Fachbetrieb früh einplanen
- Zubehör für die Fensterabdichtung mit einkalkulieren
- Preis und Bestand direkt vor dem Kauf in den Live-Listen prüfen
Häufige Fragen
Wie viele Haushalte in Deutschland haben eine Klimaanlage?
Nach einer repräsentativen Umfrage im Auftrag von Verivox, über die die Funke-Zeitungen im Juli berichteten, verfügen 23,4 Prozent der Haushalte über eine Klimaanlage; ein Jahr zuvor waren es 17,9 Prozent. Ältere Angaben von rund sechs Prozent beziehen sich auf frühere Erhebungen und eine engere Definition, weshalb Zahlen aus verschiedenen Quellen nicht direkt vergleichbar sind.
Brauche ich für ein Klimagerät in der Mietwohnung die Erlaubnis des Vermieters?
Für eine fest installierte Split-Anlage ja: Sie erfordert in der Regel einen Wanddurchbruch, und der setzt die Genehmigung des Vermieters voraus. Bei einem mobilen Monoblock ohne bauliche Veränderung ist die Lage anders, hängt aber von Mietvertrag, Hausordnung und Themen wie Lärm oder Schlauchführung am Fenster ab. Im Zweifel hilft eine schriftliche Abstimmung mit dem Vermieter oder eine Beratung beim Mieterverein.
Was kostet der Betrieb einer Klimaanlage im Jahr?
Laut Verivox sind für eine Split-Anlage jährliche Stromkosten von 40 bis 90 Euro einzuplanen, für mobile Monoblock-Geräte 100 bis 150 Euro. Die tatsächlichen Kosten hängen von Betriebsstunden, Raumgröße, Dämmung und Stromtarif ab.
Ist ein Monoblock mit zwei Schläuchen besser als eines mit einem Schlauch?
In der Regel ja. Bei Einschlauchgeräten entsteht Unterdruck im Raum, sodass warme Außenluft durch Ritzen nachströmt und zusätzlich gekühlt werden muss. Zweischlauchgeräte trennen Zu- und Abluft und arbeiten dadurch effizienter, auch wenn das Fenster ebenfalls leicht geöffnet bleibt.
Warum sind Klimageräte im Sommer oft ausverkauft?
Die Nachfrage entsteht kurzfristig mit Hitzewellen, während das Sortiment saisonal vorab disponiert wird. Verivox berichtet, dass mobile Klimageräte während der Hitzewelle zeitweise vielerorts ausverkauft waren. Wer Modelle vorher auswählt und die Verfügbarkeit beobachtet, ist bei kurzfristigen Nachlieferungen schneller.
Quellen
Dieser Beitrag stützt sich auf die folgenden öffentlich zugänglichen Angaben. Preise und Verfügbarkeiten ändern sich laufend – prüfe sie unmittelbar vor einer Kaufentscheidung direkt beim Händler.
- Deutsche Welle: Beitrag zur geringen Verbreitung von Klimaanlagen in Deutschland (Ausgangsquelle des Themas)
- ZDFheute: Nur rund jeder 20. Wohnungsneubau mit Kühlanlage (Daten des Statistischen Bundesamts)
- Stuttgarter Zeitung: Hitzewelle treibt Absatz von Klimaanlagen, Verivox-Umfrage und Nature-Studie
- t-online: YouGov-Umfrage für Galaxus zu Hitzeschutz und Klimaanlagen in fünf Ländern
- t-online: Vergleich von Monoblock-Geräten und Split-Klimaanlagen


